Neue Informationspflichten im Inkasso
Whatsapp Support




Neue Informationspflichten im Inkasso nach § 11a RDG

Mit der Einführung des § 11a RDG (Rechtsdienstleistungsgesetz), seit dem 1. November 2014, werden Rechtsanwälte und Inkassounternehmen verpflichtet, bei der ersten Geltendmachung einer Zahlungsaufforderung gegenüber Privatpersonen detaillierte Informationen darzulegen. Damit erweitert der Gesetzgeber den Schutz der Verbraucher vor unberechtigten Inkassoforderungen.

 

Neuerungen bei den Informationspflichten im Überblick

Seit Inkrafttreten der Änderungen müssen Rechtsanwälte und Inkassodienstleister folgende Informationen gegenüber dem Schuldner im Einzelnen offenlegen:

  1. den Namen oder die Firma der Auftraggeberin oder des Auftraggebers,
  2. den Forderungsgrund, bei Verträgen unter konkreter Angabe der Vertragsgrundlage und des Datums des Vertragsschlusses,
  3. wenn Zinsen geltend gemacht werden, ist eine Zinsberechnung unter Darlegung der zu verzinsenden Forderung, des Zinssatzes und des Berechnungszeitraums, für den die Zinsen berechnet werden ausführlich darzulegen,
  4. wenn ein Zinssatz über dem gesetzlichen Verzugszinssatz geltend gemacht wird, sind die Umstände dafür gesondert aufzuführen,
  5. Art, Höhe und Grundlage einer Inkassovergütung sowie weiterer Inkassokosten,
  6. bei Geltendmachung von Umsatzsteuerbeträgen muss das Inkassounternehmen auf den nicht möglichen Vorsteuerabzug für geltend gemachte Umsatzsteuer besonders hinweisen.

Zusätzliche Informationen wie eine ladungsfähige Anschrift der Auftraggeberin oder des Auftraggebers, sowie bei Verträgen die wesentlichen Umstände des Vertragsschlusses, müssen auf Nachfrage des Schuldners zur Verfügung gestellt werden.

 

Auswirkungen der neuen Informationspflichten

Die neuen Informations- und Darlegungspflichten gewährleisten mehr Transparenz für den Forderungsschuldner. Somit ermöglichen die detaillierten Informationspflichten dem Schuldner zum einen eine bessere Beurteilung der Forderung – dieser kann, demnach einfach nachvollziehen, ob der darin geltend gemachte Anspruch überhaupt besteht und im Fall einer unberechtigten Forderung dagegen vorgehen. Zum anderen wird durch die detaillierten Informationen dem Schuldner kein Anlass mehr gegeben die Forderung zu bestreiten.

Für Sie als Prokur-Kunde haben die Änderungen keine Auswirkungen. Denn bereits in der Vergangenheit haben wir die oben aufgeführten Informationen für den Forderungseinzug von Ihnen erhalten.